Ein typischer Samstag

Wie sieht ein typischer Samstag aus, wenn in Europa Fußball gespielt wird?

Für die meisten Menschen ist der Samstag der schönste Tag in der Woche. Man muss nicht arbeiten, muss sich nicht mit den langsam fahrenden Menschen in der 50er Zone auseinandersetzen und man kann tun und lassen was man will. Darüber hinaus gibt es aber noch einen anderen Grund, warum der Samstag so beliebt ist, zumindest für Männer. Samstag ist Fußball Tag, wenn es mal nicht in eins der Casinos oder die Spielo geht.

Informationen werden auch von Portalen eingeholt, die nichts mit Fußballwetten zu tun haben

Vor dem Fußball müssen aber noch ein paar Dinge erledigt werden. Nach dem Ausschlafen wird gefrühstückt und schon nebenbei die Kicker App durchgesehen. Wer spielt heute? Wer ist verletzt? Wer ist gesperrt? Neben der Kicker App wird oft auch der Comunio Account genutzt, um sich im Forum mit anderen Spielern auszutauschen. Dort finden sich einige Spieler, die nur ihren Wettschein des Casinos im Kopf haben. Okay, sie wollen natürlich auch ihren Comunio Account weiter voran bringen, aber darum geht es unter der Woche.

Nachdem die Informationen zusammengetragen wurden, geht es dann ab in das Wettlokal. Dort warten schon die Freunde und stehen in geselliger Runde mit Kaffeebechern in der einen und den Smartphones in der anderen Hand . Klar, dass dabei über Fußball gesprochen wird, beziehungsweise hitzig diskutiert wird. Denn sobald die Tür aufgemacht wird, muss man leise reden. Man begrüßt die älteren Herren, die anscheinend zum Inventar vom Wettlokal gehören und sieht sich die Spiele an, die auf den Flachbildschirmen laufen. Meistens sind das Spiele aus der englischen Liga, die am Samstag etwas früher beginnt.

Bitte beeilen Sie sich

In der Zwischenzeit geht der Kampf um die Wettlisten los. Bekanntlich gibt es sie in Wettlokalen nicht in Hülle und Fülle und man muss schnell sein, wenn man nicht lange auf eine Liste warten möchte. Da aber noch vier Freunde dabei sind, muss es noch schneller gehen. Das ist so ziemlich der stressigste Teil am Tippen. Denn danach wird der nächste Kaffee geholt und wenn das Wettbüro noch nicht voll ist, bleibt man da. So kommt es, dass man jeden Samstag ca. zwei bis drei Stunden im Wettlokal verbringt.

Warum auch nicht? Es gibt Getränke, Süßigkeiten, auf den Bildschirmen läuft Fußball und man hat die Aussicht auf einen großen Gewinn. Mitunter kann es sogar so voll werden, dass nur noch Stehplätze vorhanden sind. Dabei scheint es, als würde das Wettlokal von seinen Stammgästen leben. Nach dem Motto: Man kennt sich. Es sind anscheinend immer wieder dieselben Personen, im Wettlokal und aus diesem Grund weiß man auch genau, wer gut tippen kann und wer jedes Wochenende sein Geld da lässt.

Wenn man so will, ist das Wettlokal eine eigene kleine Vereinigung, die unterschiedliche Charaktere hat und die lieber unter sich bleibt. Früher konnte man in den Wettlokalen noch rauchen, da war die Luft dann zwar stickig, aber es war irgendwie noch geselliger. Diese Zeiten sind aber vorbei und es sieht auch nicht danach aus, als würden sie noch einmal zurück kommen. Nichtsdestotrotz ist ein Samstag im Wettlokal sehr angenehm und zählt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Der Wetttourismus in Deutschland

Darum reisen Niederländer nach Gronau

In Europa gibt es wohl kaum eine beliebtere Sportart als Fußball. Darüber hinaus spielen die besten Fußballer auch in Europa. Egal aus welchem Land sie stammen. In Europa spielen Menschen aus Asien, Afrika, Australien, Südamerika und Amerika. Ein Grund dafür sind sicherlich die Gehälter, die hier ebenfalls am höchsten sind. Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen den Ländern.

Diese Unterschiede betreffen in erster Linie die Fußball Ligen. Die Bundesliga ist nicht so stark wie die Liga in den Niederlanden und die Liga in Frankreich ist wohl der Liga in Spanien unterlegen. Es gibt aber noch einen anderen Unterschied, der vor allem jungen Erwachsenen das Leben schwer macht: In einigen Ländern sind Fußballwetten erlaubt und in anderen eben nicht. So zum Beispiel in den Niederlanden und in Deutschland.Was eigentlich nicht üblich ist, in vielen Dingen sind die Niederlande liberaler als Deutschland. So war es in den Niederlanden zum Beispiel eine lange Zeit möglich, dass Dateien straffrei heruntergeladen werden konnten. Das steht bekanntlich in Deutschland unter Strafe und hat nicht erst vor einigen Jahren zu wahren Abmahnwellen geführt.

Bis zum Wettbüro in Gronau ist es nicht weit

Da Jugendliche in den Niederlanden in der Regel auch über begrenzte finanzielle Mittel verfügen, versuchen sie ihr Glück mit Sportwetten. So kommt es, dass regelmäßig auf der Strecke von Enschede nach Gronau einige Jugendliche die Grenze passieren um in das nächste Wettlokal zu gehen. Dieses befindet sich glücklicherweise auch nicht weit vom Bahnhof entfernt und alles was man für den Eintritt benötigt ist ein Nachweis, dass man Erwachsen ist. Das lassen sich die Jugendlichen natürlich nicht zweimal sagen, schließlich können sie auf diese Weise Geld verdienen. Wenn man so will, kann man auch von Wetttourismus sprechen. Die Jugendlichen fahren nach Gronau und platzieren dort ihre Wetten. Dann bleiben sie im Wettlokal und sehen sich die Spiele an.Dazu sind die vielen Flachbildschirme schließlich da. Allerdings bleibt ihr Aufenthalt den anderen Menschen in der Stadt meist nicht verborgen.

Der Sieg wird in der nächsten Kneipe begossen

Dabei verhalten sie sich nicht immer angemessen und es kann sein, dass sie ihren Frust durch Vandalismus Luft machen. Sehr zum Leidwesen der Umgebung. Auf der anderen Seite freuen sich insbesondere Kneipenbesitzer, wenn die jungen Erwachsenen ihren richtigen Tipp mit ein paar Bieren feiern. So bleibt ein Teil des Geldes auch sofort wieder in Gronau. Schluss ist erst, wenn der letzte Zug nach Enschede fährt.

Am Montag nach dem Wochenende gibt es dann auch in den niederländischen Schulen nur ein Thema unter den Jungs: Sportwetten. Sie lachen einander aus, beziehungsweise feiern einander. Dass sie für den Spaß ein paar Minuten im Zug verbringen müssen, stört sie weniger. Auch, dass sie sich auf Deutsch verständigen müssen, wenn sie im Wettlokal sind, scheint sie nicht zu stören. Was sie aber stört sind die Steuern, die sie entrichten müssen. Schließlich zahlen sie nicht in den Niederlande Steuern, sondern in Deutschland. Davon haben sie nichts und sie würden es besser finden, wenn sie in den Niederlanden Steuern zahlen würden. Dafür müssen dort aber Sportwetten legalisiert werden. Ob das geschieht bleibt abzuwarten. Bis dahin wird jedes Wochenende der Zug von Enschede nach Gronau mit jungen Erwachsenen gefüllt sein, die alle nur eins im Sinn haben, nämlich die beste Quote.