Der Wetttourismus in Deutschland

Darum reisen Niederländer nach Gronau

In Europa gibt es wohl kaum eine beliebtere Sportart als Fußball. Darüber hinaus spielen die besten Fußballer auch in Europa. Egal aus welchem Land sie stammen. In Europa spielen Menschen aus Asien, Afrika, Australien, Südamerika und Amerika. Ein Grund dafür sind sicherlich die Gehälter, die hier ebenfalls am höchsten sind. Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen den Ländern.

Diese Unterschiede betreffen in erster Linie die Fußball Ligen. Die Bundesliga ist nicht so stark wie die Liga in den Niederlanden und die Liga in Frankreich ist wohl der Liga in Spanien unterlegen. Es gibt aber noch einen anderen Unterschied, der vor allem jungen Erwachsenen das Leben schwer macht: In einigen Ländern sind Fußballwetten erlaubt und in anderen eben nicht. So zum Beispiel in den Niederlanden und in Deutschland.Was eigentlich nicht üblich ist, in vielen Dingen sind die Niederlande liberaler als Deutschland. So war es in den Niederlanden zum Beispiel eine lange Zeit möglich, dass Dateien straffrei heruntergeladen werden konnten. Das steht bekanntlich in Deutschland unter Strafe und hat nicht erst vor einigen Jahren zu wahren Abmahnwellen geführt.

Bis zum Wettbüro in Gronau ist es nicht weit

Da Jugendliche in den Niederlanden in der Regel auch über begrenzte finanzielle Mittel verfügen, versuchen sie ihr Glück mit Sportwetten. So kommt es, dass regelmäßig auf der Strecke von Enschede nach Gronau einige Jugendliche die Grenze passieren um in das nächste Wettlokal zu gehen. Dieses befindet sich glücklicherweise auch nicht weit vom Bahnhof entfernt und alles was man für den Eintritt benötigt ist ein Nachweis, dass man Erwachsen ist. Das lassen sich die Jugendlichen natürlich nicht zweimal sagen, schließlich können sie auf diese Weise Geld verdienen. Wenn man so will, kann man auch von Wetttourismus sprechen. Die Jugendlichen fahren nach Gronau und platzieren dort ihre Wetten. Dann bleiben sie im Wettlokal und sehen sich die Spiele an.Dazu sind die vielen Flachbildschirme schließlich da. Allerdings bleibt ihr Aufenthalt den anderen Menschen in der Stadt meist nicht verborgen.

Der Sieg wird in der nächsten Kneipe begossen

Dabei verhalten sie sich nicht immer angemessen und es kann sein, dass sie ihren Frust durch Vandalismus Luft machen. Sehr zum Leidwesen der Umgebung. Auf der anderen Seite freuen sich insbesondere Kneipenbesitzer, wenn die jungen Erwachsenen ihren richtigen Tipp mit ein paar Bieren feiern. So bleibt ein Teil des Geldes auch sofort wieder in Gronau. Schluss ist erst, wenn der letzte Zug nach Enschede fährt.

Am Montag nach dem Wochenende gibt es dann auch in den niederländischen Schulen nur ein Thema unter den Jungs: Sportwetten. Sie lachen einander aus, beziehungsweise feiern einander. Dass sie für den Spaß ein paar Minuten im Zug verbringen müssen, stört sie weniger. Auch, dass sie sich auf Deutsch verständigen müssen, wenn sie im Wettlokal sind, scheint sie nicht zu stören. Was sie aber stört sind die Steuern, die sie entrichten müssen. Schließlich zahlen sie nicht in den Niederlande Steuern, sondern in Deutschland. Davon haben sie nichts und sie würden es besser finden, wenn sie in den Niederlanden Steuern zahlen würden. Dafür müssen dort aber Sportwetten legalisiert werden. Ob das geschieht bleibt abzuwarten. Bis dahin wird jedes Wochenende der Zug von Enschede nach Gronau mit jungen Erwachsenen gefüllt sein, die alle nur eins im Sinn haben, nämlich die beste Quote.